Biotechnologie

Papier, Karton, Holzwerkstoffe


Die Papier- und Kartonindustrie ist eine energieintensive Industrie. Mit ausgesuchten und im Labor getesteten Enzymen, nach eingehender Analyse der Produktionsabläufe und der Rohstoffe, werden kritische Produktionsfaktoren wie Entwässerungsraten, Trocknungsenergie, Chemikalienverbrauch oder Mahlenergie positiv beeinflusst.

So erfolgt die Verbesserung der Entwässerungseigenschaften durch den Abbau amorphen Materials, das sich auf den Faseroberflächen befindet und eine große Affinität zum Umgebungswasser besitzt. Beim amorphen Material handelt es sich zum größten Teil um mechanisch fibrillierte Cellulose. Der Abbau der Feinstoffe erfolgt daher im Wesentlichen durch Endoglucanasen.
Cellulasen sind Enzyme, die Cellulose zu β-Glucose abbauen. Sie werden hauptsächlich von symbiotischen Bakterien in den Mägen von pflanzenfressenden Wiederkäuern gebildet. Den meisten Lebewesen fehlen Cellulasen, sie können deswegen den Hauptanteil der Energie pflanzlicher Nahrung nicht nutzen.

Es existieren drei verschiedene Formen der Cellulase. Sie werden als Endocellulase, Exocellulase und Cellobiase bezeichnet. Das Cellulose– bzw. β–Glucan–Molekül wird von endo–β–1,4–Glucanasen in große Glucanoligosaccharide gespalten.
An den freien Enden dieser Makromoleküle greifen die exo–β–1,4–Glucanasen an und spalten Tri– bzw. Disaccharide ab. Diese werden von β–1,4–Glucosidase in Glucosemoleküle zerlegt.
Neben der Cellulose enthalten Zellstofffasern auch hohe Anteile an Hemicellulosen, der je nach Art der Zellstoffproduktion und Bleichung quantitativ und qualitativ variieren kann. Hemicellulosen sind eine heterogene Gruppe von Polysacchariden, die aus verschiedenen
- Hexosen (Glucose, Mannose, Galactose)
- Pentosen (Arabinose, Xylose)
- Hexuronsäuren (z.B. Glucuronsäure)
zusammengesetzt sein können. Hauptbestandteil bildet das Xylan.

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